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Resolution des Vorstandes der Härtenliste zur Umbenennung der August-Lämmle-Schule

Resolution des Vorstandes der Härtenliste zur Umbenennung der August-Lämmle-Schule

Mit Interesse haben wir in der Zeitung gelesen, dass die Stadt Leonberg ihre August-Lämmle-Schule aufgrund eines neuen Gutachtens über die NS-Vergangenheit von August Lämmle umbenennen wird.

August-Lämmle-Schule Kusterdingen

Der Gutachter Dr. Peter Poguntke kommt in seinem umfangreichen Gutachten zum Schluss: „In der NS-Zeit initiierte sich Lämmle – aus welchen Gründen auch immer – als bedingungsloser Anhänger der NS-Ideologie und des NS-Staates mit seinem Führer Adolf Hitler an der Spitze, ohne dass es für ihn eine Notwendigkeit gegeben hätte. Die Kernfrage, ob Herr Lämmle vor diesem Hintergrund als Namensgeber einer Schule geeignet ist, kann daher nur mit Nein beantwortet werden, da von Namensgebern öffentlicher Einrichtungen, Vorbildcharakter in besonderer Weise erwartet werden muss.“

Wir erkennen an, dass August Lämmle einige Verdienste für die damalige Volkskunde und die Bewahrung des Schwabentums erworben hat sowie als Dichter in seiner Zeit und für Teile seiner Zeitgenossen bedeutsam war. Wir sind der Ansicht, dass diese Verdienste nicht darüber hinweg täuschen dürfen, dass er den NS-Staat ideologisch gestützt hat und sich später nie davon distanziert hat.

Vor 20 Jahren haben die Gemeinderäte der Härtenliste vergeblich gefordert, die Namensgebung August-Lämmle-Schule zu überdenken. Eine kritische Aufarbeitung der Namensgebung seitens der Gemeinde wurde nicht weiter verfolgt. Aufgrund dieses weiteren Gutachtens, das im Wesentlichen frühere bestätigt, sehen wir uns darin bestärkt, dass die Weiterführung des Namens August-Lämmle-Schule für Kusterdingen nicht  tragbar ist.

Wir fordern daher den Gemeinderat auf, sich mit dem Leben und Wirken von August zu beschäftigen und eine öffentliche Diskussion darüber anzuregen. So könnte der Gutachter Dr. Peter Poguntke zu einem Vortrag eingeladen werden. Gerade in einer Zeit in der Rechtsextremismus zunimmt, ist es wichtig, dass die Gemeinde klar signalisiert, dass solche Ideologien keinen Platz in Kusterdingen haben.

Edgar Mayer
26.11.20