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Samstag, Mai 13, 2017 - 10:00

Pflanzentauschtag, Wildbienenstauden und -Samen

Ort: 
Jugend- und Vereinshaus Mähringen, Wankheimer Straße 12

 

Pflanzentausch  
Die Obst- und Gartenbauvereine der Härten laden ein zum Pflanzentausch beim OGV Mähringen:
Dieses Jahr wollen wir den Wildbienen in unseren Gärten noch bessere Lebensbedingungen
verschaffen und verschenken eine Fülle schöner Stauden, die bei Wildbienen besonders
beliebt sind. Außerdem wird die Mehrjährige Saatgutmischung „Blühende Landschaft“, die besonders Wildbienen eine Nahrungsgrundlage bieten und außerdem das Auge erfreuen, verschenkt.
Wie beim Garteninformationstag 2015 fördert der Kusterdinger Agenda-Arbeitskreis
Naturschutz und Landwirtschaft dieses Vorhaben durch eine großzügige Spende.
Wie funktioniert der Pflanzentausch? Wer Gemüse- oder Blumensetzlinge, Stauden oder
Sträucher übrig hat, bringt sie mit, und wer Pflanzen braucht, sucht sich das Passende aus –
kostenlos und ohne Verpflichtung, selbst etwas zu liefern.
Bitte bringen Sie nur Pflanzen in handlicher Größe und mit Beschriftung. Denken Sie an Kistchen oder Tüten, um Ihre Fundstücke mitzunehmen.
Alle Mitglieder der Härten-OGVs und alle Wildbienenfreunde in der Gemeinde sind zum
Pflanzentausch herzlich eingeladen!

Aussaatanleitung
Blüten besuchende Insekten benötigen eine sichere Versorgung mit Nektar und Pollen während der gesamten Insektensaison. Darum sind mehrjährige Blühflächen besonders wertvoll für Blüten besuchende Insekten. Gleichzeitig helfen sie auch vielen anderen Wildtieren. Typische Anwendungsgebiete für die Mischung „Blühende Landschaft“ sind insektenfreundliche Blühstreifen in der Agrarlandschaft, mehrjährige Stilllegungen und Blühflächen im Garten. Die Anlage mehrjähriger Blühflächen erfordert besondere Sorgfalt, damit dauerhaft bunte Flächen entstehen. Je nach können Bedarf diese nach mehreren Jahren auch wieder anderweitig genutzt werden. Charakteristik der Mischung 60 % Kulturpflanzen und 40 % Wildarten. Die Zusammensetzung der Arten verändert sich im Laufe der Jahre. Die Kulturpflanzen sind vor allem in den ersten Jahren dominant, später übernehmen die ausdauernden Arten die Führung. Die Mischung ist für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren konzipiert.

Bodenbearbeitung
Der Boden sollte bereits im Herbst vorbereitet werden. Ziel ist ein feinkrümeliges Saatbett zur Aussaat im April oder Mai mit einem geringen Besatz von unerwünschten Pflanzen (Quecken, Disteln, Ampfer etc.). Kleinflächen werden am besten bereits im Herbst umgegraben oder dick gemulcht. Im Frühjahr werden sie nach dem Abtrocknen (März/April) gefräst oder mit dem Handgrubber oder Rechen durchgearbeitet. Dies geschieht bei Bedarf mehrmals, um unerwünschte Beikräuter zu reduzieren. Quecken- und Giersch-Wurzeln austrocknen lassen oder ablesen. Größere Flächen werden im Herbst sorgfältig gegrubbert oder gepflügt. Im Frühjahr nach dem Abtrocknen wird bei Bedarf mehrmals im Abstand von ca. 10 Tagen geeggt, um auflaufende Beikräuter zu reduzieren. Mit der Kreiselegge o.ä. wird ein feinkrümeliges Saatbett bereitet. Aussaatzeitraum und Ansaatmenge Je nach Höhenlage Mitte März - Mitte April bis Ende Juni (bei späterer Aussaat können sich die einjährigen Arten nicht mehr optimal entwickeln, die mehrjährigen Arten kommen aber trotzdem).

Aussaat Kleinflächen:
Einfach mit der Hand gleichmäßig aussäen. Zur leichteren Aussaat das Saatgut mit trockenem Sand oder Sägemehl mischen. Das Saatgut nicht einarbeiten! Nur andrücken, antreten oder anwalzen. Großflächen: Aussaat mit der üblichen landwirtschaftlichen Sähtechnik (Sähmaschine oder Sähkombination). Das feine Saatgut kann mit Getreide- oder Sojaschrot gemischt werden, um die Saatgutmenge besser regulieren zu können. Das Saatgut soll oberflächlich abgelegt werden, darum Sähschare hochstellen. Saatgut nicht einarbeiten! Wichtig ist ein guter Bodenschluss, am Besten kräftig anwalzen! Achtung: Schnecken lieben auch Wildblumenkeimlinge! Geduld Die ersten Keimlinge erscheinen bei feuchtem Boden nach zwei bis drei Wochen. Die Entwicklung der Wildpflanzen erstreckt sich über eine ganze Vegetationsperiode. Einige Samen sind hartschalig und keimen erst im folgenden Frühjahr.

Pflege
Eine Pflege ist je nach Fläche und Entwicklung der Vegetation individuell durchzuführen, deshalb muss die Vegetation beobachtet werden. Manche Flächen benötigen keine Pflege für mehrere Jahre, andere müssen bereits kurz nach dem Auflaufen der Samen einen Schröpfschnitt erfahren. Oder sie benötigen zumindest teilweise Mahd mit Abräumen, wenn Flächen nach 2 oder 3 Jahren drohen zu vergrasen. Prinzipiell ist es günstig für die Flächenentwicklung möglichst wenig einzugreifen, denn der ökologische Wert der Vegetation wächst kontinuierlich mit den Jahren. Falls eine ungünstige Entwicklung auftritt, empfiehlt es sich ohne zu zögern konsequent Pflegemaßnahmen durchzuführen (s.u.), diese jedoch flächenmäßig und schonend auf das Mindeste zu beschränken, um dauerhaft Lebensraum und Strukturen zu erhalten. Denn in abgestorbenen markhaltigen Pflanzenstängeln, wie z.B. Sonnenblume, Königskerze, Beifuß, Disteln, Kletten können Wildbienen und verschiedene Wespen ihre Brutzellen anlegen. Andere Insekten können in hohlen Stängeln überwintern und Blühflächen dienen auch anderen Wildtieren als Nahrungs- und Deckungsraum, wie z.B. Vögeln und Niederwild. Von daher ist es sinnvoll über den Winter einen großen Teil der mehrjährigen Blühfläche als Nahrung, Nistplatz und Deckung stehen zu lassen. Wenn abgeschnittene Pflanzenstängel randlich trocken gelagert werden, können die Wildbienen und Insekten im nächsten Jahr trotzdem noch schlüpfen. Sollten Problem-Beikräuter auftreten, können folgende Maßnahmen durchgeführt werden (am schonendsten lokal per Hand.
Bei starkem Aufkommen einjähriger Ackerunkräuter zeitnah mulchen oder mähen (Schröpfschnitt, ca. 3 bis 6 Wochen nach Ansaat, solange die einjährigen Kulturarten noch so klein sind, dass sie beim Mähen nicht erfasst werden)  Ackerkratzdisteln bei Blühbeginn ausreißen oder mehrmals mähen  Großblättrigen Ampfer ausstechen oder mehrmals ausreißen Es kann sinnvoll sein ab dem 3. Standjahr oder nach Bedarf eine Pflegemaßnahme durchzuführen, um das Blütenangebot vielfältig zu halten. Dazu gibt es zwei Ansätze: A) Mulchschnitt auf 15 cm Schnitthöhe, dann, "wenn die Blüte am schönsten ist" (je nach Region z.B. Juni - Juli) im Ausnahmefall auf der ganzen oder besser nur einem Teil (ein Drittel bis die Hälfte) der Fläche. Zu dieser Zeit kann das Grüngut noch auf der Fläche verrotten und Ansaat Blühende Landschaft – Stand Februar 2017 Netzwerk Blühende Landschaft – Mellifera e.V. – Fischermühle 7 – 72348 Rosenfeld – Tel 07428 945249-28 www.bluehende-landschaft.de info@bluehende-landschaft.de Seite 3 von 3 der Pflanzenaustrieb mit einem zweiten Blütenflor wird gefördert. Achtung: Maßnahme nicht bei starkem Insektenflug zur Tagesmitte durchführen (s. „Landwirte können Bienen retten“)! B) Schnitt der Fläche auf 15 cm Schnitthöhe mit Abfuhr des Pflanzenmaterials ab August bis Oktober, um einen "Winterfilz" auf der Fläche zu verhindern, der das Kräuterwachstum im nächsten Frühjahr hemmt. Auch hier nur im Ausnahmefall die gesamte Fläche mähen. Düngung Eine Düngung sollte unterlassen werden. Je magerer der Boden, desto blütenreicher entwickeln sich die Wildblumen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Saatgut bestellen: Netzwerk Blühende Landschaft Mellifera e. V. Hofgut Fischermühle D-72348 Rosenfeld mail@mellifera.de